Tomorrow Camp 2018 @ Microsoft

 

Das Tomorrow Camp ist eine Ganztagskonferenz, auf der die neuesten Technologien und Technik-Gadgets vorgestellt werden. Dieses Jahr fand sie in Kooperation mit Microsoft am 09.06.2018 in München statt.

Nachfolgend möchte ich Ihnen einen Eindruck von dem Event geben. Unter anderem werde ich auf Neuheiten im mixed sowie augmented reality Bereich eingehen und mich produkttechnisch besonders an den neuesten VR Technologien von Microsoft für den Business-Bereich orientieren.

Als ich um 8.30 Uhr im Headquarter von Microsoft in München ankam, erwartete mich eine bunt gemischte Menge bestehend aus Entwicklern, Business Managern und Studenten. Manchen Gesichtern war anzusehen, dass sie halb 9 morgens eine sportliche Anfangszeit für eine Samstagsveranstaltung hielten.

Für Vitamine zum Wachwerden und die erste Portion Energie in Form von Mars und Twix war jedoch gesorgt. Der folgende Vorher-nachher-Vergleich illustriert ein für mich interessantes IT Konferenz-Phänomen:

 

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10 Uhr morgens
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11 Uhr morgens

 

Notiz: Der Obstkorb verblieb in diesem Zustand bis zum späten Abend, die Süßigkeitenschale wurde im Zweistunden-Takt erneut aufgefüllt.

Der für mich bedeutendste Vortrag an diesem Tag wurde von Chrisitan Glessner (Microsoft MVP) gehalten und beschäftigte sich mit virtual reality.

Zunächst möchte ich auf den Unterschied zwischen den Reality – Bereichen eingehen. Es gibt einerseits die bekannte „virtual reality“, welche mit Immersion arbeitet und den Nutzer in eine völlig andere Welt eintauchen lässt. Auf der anderen Seite steht dem die „augemented reality“ gegenüber, welche die Realität sozusagen erweitern möchte und dafür die Einbettung von computergrafischen Bildern und Videos nutzt. Microsoft fasst beide Bereiche in „mixed reality“ zusammen. Zudem sei erwähnt, dass VR nicht immer etwas mit Gaming zu tun haben muss, sondern wie ich später erläutern möchte, auch Einsatz in der modernen Arbeitswelt findet.

 

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Dieses Bild eines Mammuts nutzte Glessner um zu verdeutlichen, was VR leisten soll: Die Entführung in eine Umgebung, in der die Realität eine Andere sein kann.

Wie auch Donovan Brown in seinem Vortrag über Enterprise Transformation, kristallisierte er die Kommunikation als zentrale Stärke des Menschen heraus. Gerade in der heutigen Industrie werden die Innovationsintervalle immer kleiner, was als eine Art Brenner für die Notwendigkeit der Kommunikation fungiert.

An dieser Stelle möchte Microsoft mit seinen VR Produkten ansetzen.

Microsoft arbeitet an der Verbesserung von Konferenzen und Meetings via virtual reality. Dies bedeutet, dass sowohl Sprecher als auch Teilnehmer nicht am Veranstaltungsort selbst sind, sondern beispielsweise zu Hause. Der Redner sucht dann einen virtuellen Konferenzort aus und lädt die Teilnehmer ein.

Für solche virtuellen Meetings steht Microsoft Altspace VR zur Verfügung. Ein Vorteil hierbei gegenüber Live Meetings ist die unbegrenzte Anzahl möglicher Teilnehmer. In Altspace können sich die Teilnehmer frei bewegen und es ist leichter ein „Event-Feeling“ zu erzeugen als via Video- und Text-Meetings. Microsoft plant diese Technologie nun verstärkt zu nutzen, denn wie in meinem letzten Beitrag erwähnt: There is no better test, than using your own software. Ich selbst bin gespannt, wie sehr Altspace den Konferenz- und Meetingmarkt beeinflussen wird. Denke jedoch, dass es persönliche Interaktion zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig ersetzen kann.

Interessanter Fakt: Menschen halten auch im virtuellen Raum ihre eigene Komfortzone ein. Heißt: Steht ihnen in der VR-Umgebung jemand in ihrem Laufweg, so werden sie beim Vorbeilaufen den gleichen Abstand halten, wie sie es auch auf der Straße machen würden. Für die Industrie ein klares Signal, dass man unsere Instinkte triggern kann und unser Gehirn die virtuelle Umgebung zumindest teilweise als real anerkennt.

Gerade im Bereich remote assistence sieht Microsoft einen klaren Vorteil von virtual reality, da dadurch jeder die Problemstelle direkt vor Augen hat und beispielsweise über HoloLens eine Lösungsskizze in das virtuelle Bild malen kann.

 

 

Geplant ist zudem die Darstellung von Cloud-Informationen als 3D-Objekte, die man im virtuellen Raum hin und herschieben kann. Laut Glessner wird versucht auch der künstlichen Intelligenz einen Körper zu geben. Der Assistent im Werbevideo könnte seiner Meinung nach für Cortana stehen.

Einen Meilenstein in der VR-Technologie wird es vermutlich jedoch erst mit der Entwicklung der Quantencomputer geben, welche durch die immens große Rechenleistung eindrucksvollere Darstellungen erlauben werden. Auch wenn quantum computing heute noch nicht Realität ist, so gibt es schon erste Entwicklungsergebnisse. Microsoft hat vor kurzem eine virtuelle Umgebung in Azure vorgestellt, welche Quantenberechnungen simuliert.

 

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Agenda Tomorrow Camp 2018

 

Zum Schluss der Veranstaltung hatte ich die Möglichkeit das erste Mal eine VR Brille auszuprobieren und mir einen eigenen Eindruck von der virtuellen Welt zu verschaffen. Mein Fazit fällt gemischt aus. Ich testete die VR Brille bei einem Speerwurfspiel und fand es faszinierend den Kopf zu drehen und um sich herum eine andere Welt zu sehen. Allerdings war es ungewohnt schwer ein zeitliches Gefühl zu behalten und zu merken wie lange man schon in der virtuellen Welt ist. Diese komplette Loslösung von der realen Welt, die bei mir zustande kam, kann jedoch im Business-Bereich ein Vorteil sein, da man sich vollständig auf das virtuelle Meeting konzentrieren kann.